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Was Fußball macht

Wenn Politiker Bilanz ziehen, sprechen sie gern einmal von “Spielminute”, “Tor” und “Fußball”. Angela Merkel nannte sich selbst “Teamchefin”. Dass in jedem Zusammenhang von Fußball die Rede ist, überrascht uns nicht mehr: Ob in den Feuilletons, beim Börsenkurs, in der Medizin oder im Wahlkampf – es lässt sich kaum ein Bereich des gesellschaftlichen Lebens denken, der nicht mithilfe von “Abseits”, “Abpfiff”, “Eigentor” und “Foul” viel leichter zu erklären wäre. Wie kommt es, dass Fußball so vieles umfasst und kulturell, ökonomisch, politisch, sogar philosophisch umgedeutet werden kann?
Passend zur Fußballweltmeisterschaft in Brasilien 2014 nähern sich Susanne Catrein und Christof Hamann mit Kolleginnen und Kollegen aus Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaft dem Sport, der “fast alles ist”, von so unterschiedlichen Seiten, dass schnell klar wird: Fußball ist nicht nur ein ökonomisches, soziales und kulturelles, sondern auch ein intellektuelles Phänomen. Denn das Fußballspiel macht nicht allein Sprache, es macht vieles mehr: ungeheuer viel Geld etwa, Filme und Literatur, es produziert Ein- aber auch Ausschlüsse von Fremdem, und es wird zugleich als einmaliges Ereignis wie auch als traditionelles Kunstwerk mit Ewigkeitscharakter inszeniert. Der Band enthält außerdem literarische Texte und wird visuell durch einen eindrücklichen Fotoessay von der Europameisterschaft in Polen und der Ukraine sowie Bildern der vergangenen Weltmeisterschaft in Südafrika abgerundet.