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das halten der asche

Irgendwo zwischen unserem Alltag und der Sehnsucht nach Ferne muss dieser poetische Augenblick liegen, den Christoph Danne in seinen Gedichten aufliest. Er ist die Reibungsfläche zwischen Trott und Flucht, zwischen gewünschtem Aufbruch und innerer Lethargie, die schuld daran ist, dass alles beim Alten bleibt. Die Affekte, die Ängste der Kindheit, die zu erlebenden Abenteuer, die aufwühlende Musik der früheren Lieblingsband – alles ist in eine Ferne gerückt, wie hinter Glas oder wie im Supermarkt in Zellophan gewickelt. Wir selbst sehen uns und unsere “hinzugefügte Spur” nurmehr als Spiegelung in diesem Glas oder dieser Folie.

wie wir uns fürchteten früher

als kinder einen hund

zu streicheln

einen fremden

im schlaf

Christoph Danne, geb. 1976 in Bonn, lebt in Köln. Er studierte Literatur- und Sprachwissenschaft in Berlin und Salamanca. Neben Beiträgen in Anthologien und Zeitschriften erschien der Gedichtband finderlohn (2011). Danne veranstaltet den Lyrikabend HELLOPOETRY! und die Literaturbühne gegenlichtlesen in Köln. Zudem betreibt er den tauland-verlag. 2013 wurde er mit dem Publikumspreis Bachmannpreis für alle (Literatur-Atelier Köln) ausgezeichnet.