Objektbücher – Buchobjekte. Sammlung Helmut Schäfer

Die Ausstellung zeigt Künstlerbücher und Buchobjekte aus der Sammlung des Kölners Helmut Schäfer. Es sind Werke von folgenden Künstler*innen zu sehen: Horst Antes, Lutz Fritsch, Peter Gilles, Katharina Grosse, Ottmar Hörl, Jonathan Meese, Gerhard Richter, Richard Tuttle, Timm Ulrichs, Günther Uecker, Thomas Virnich und vielen anderen mehr.

Öffnungszeiten:
Montag 14.00 21.00 Uhr

Dienstag bis Donnerstag 10.00 21.00 Uhr

Freitag bis Sonntag 10.00 18.00 Uh
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Nava Ebrahimi: Sechzehn Wörter

Autorin Nava Ebrahimi im Gespräch mit Maryam Aras

Es gibt Wörter, die wir nicht kennen. Deren Bedeutung wir aber erahnen. Als hätten sie schon immer in uns gewohnt. Und manchmal wollen sie endlich ausgesprochen werden. Als ihre Großmutter stirbt, diese eigenwillige Frau, die stets einen unpassenden Witz auf den Lippen hatte, beschließt Mona, ein letztes Mal in den Iran zu fliegen. Gemeinsam mit ihrer Mutter wagt sie die Reise in die trügerische Heimat. Der Rückflug in ihr Kölner Leben ist schon gebucht. Doch dann überredet sie ihr iranischer Langzeitliebhaber Ramin zu einem Abschiedstrip nach Bam, in jene Stadt, die fünf Jahre zuvor von einem Erdbeben komplett zerstört wurde. Die Fahrt wird für Mona zu einer Konfrontation mit ihrer eigenen Identität und ihrer Herkunft, über die so vieles im Ungewissen ist.

Anlässlich der Aktion “Ein Buch für die Stadt Köln 2022” spricht Autorin Nava Ebrahimi mit Maryam Aras.

Nava Ebrahimi, 1978 in Teheran geboren, erhielt 2021 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Für “Sechzehn Wörter” wurde sie mit dem Österreichischen Buchpreis, Kategorie Debüt, sowie dem Morgenstern-Preis ausgezeichnet. Ebrahimi studierte Journalismus und Volkswirtschaftslehre in Köln und arbeitete als Redakteurin bei der “Financial Times Deutschland” sowie der “Kölner Stadtrevue”. Sie war Finalistin des Open Mike und Teilnehmerin an der Bayerischen Akademie des Schreibens.

Maryam Aras ist Literaturwissenschaftlerin, Kritikerin und Iranistin. Sie studierte an der Universität zu Köln Islamwissenschaft, Anglistik und Politologie. Sie promovierte über die politische Rolle religiöser Sänger im heutigen Iran. Als freie Autorin schreibt sie Literaturkritiken, Essays und Radiofeatures sowie Texte über Gender Studies und deutsche Gegenwartsliteratur postmigrantischer Autor*innen und deren Rezeption in Feuilleton und Literaturbetrieb.

Eine Veranstaltung des Literatur-in-Köln-Archivs (LiK) unserer Stadtbibliothek.

Cover: © btb Ebrahimi; Foto: © Peter Rigaud

 

Öffnen, Hinausbewegen, Hinhören – Lilian Haberer & Kathrin Röggla: Antrittsvorlesung

Die Professorinnen für Kunstwissenschaft mit erweitertem Materialbegriff, Lilan Haberer, und für Literarisches Schreiben, Kathrin Röggla, sprechen im Dialog über den Prozess des Lehrens und Lernens.

Die KHM ist ein spezieller Ort der Begegnung zwischen sehr unterschiedlichen Standpunkten zur und in der Kunst. Was sind Lehr- und Lernprozesse und was für einen öffentlichen Ort finden wir vor? Mit welchen Akteur*innen und Praktiken haben wir zu tun? Was heißt Verlernen, Ver- und Entflechten im Raum der Kunsthochschule?

Statt einer üblichen Antrittsvorlesung werden Lilian Haberer und Kathrin Röggla den Abend als Dialog gestalten. Kathrin Röggla und Lilian Haberer stellen gegenwärtige Arbeiten vor, und bewegen sich damit auf das poetologische, essayistische, kuratorische, auf das literarische und wissenschaftliche Feld. Sie überlegen, wo sich Wissenschaft und Kunst als Praxis begegnen, überlappen und verflechten, was Grenzen, Grenzbewegungen bedeuten könnten, was Kontexte ausmachen und befragen insbesondere Realismus und Materialität in ihren Konzepten und Verfahren.

Kathrin Röggla (*1971) ist Schriftstellerin und arbeitet als Prosa- und Theaterautorin, auch entwickelt sie Radiostücke und schreibt Essays. Sie steht für ein experimentelles Arbeiten mit dokumentarischen Verfahren, für medienübergreifende literarische Projekte. Zuletzt erschien von ihr „Ausreden“ (2022) und „Bauernkriegspanorama“ (2020), sowie die Theatertexte „Verfahren“ (2022) und „Das Wasser“ (2022). Für ihre literarischen Arbeiten erhielt sie zahlreiche Preise, zuletzt den Else-Lasker-Schülerpreis (2022) und den österreichischen Kunstpreis für Literatur (2020). Sie ist Vizepräsidentin der Akademie der Künste in Berlin und setzt sich kulturpolitisch für unterschiedliche Fragen ein, ob zum Urheberrecht und dem öffentlichen Rundfunk, zu prekären Lagen der Künstler*innen oder der künstlerischen Freiheit. Ihr Vortrag wird jüngste Arbeiten vorstellen, sowie Arbeitsweisen reflektieren und kontextualisieren. Das Ohr und der Gerichtssaal werden darin eine Rolle spielen.

Lilian Haberer (* 1971) ist Kunst- und Literaturwissenschaftlerin, arbeitet als Autorin und Herausgeberin von Texten, Anthologien, Essays. Sie hat als Kuratorin gearbeitet und als Co-Direktorin einen Ausstellungsraum für Kunst und Theorie geleitet, engagiert sich kulturpolitisch für den Erhalt von Kunsträumen- und -initiativen. Ihr Forschung richtet sich auf das gemeinsame Experimentieren an und mit Material, dokumentarische Praxen, Moderne- und Medienreflexionen, Fragen des Kuratierens, auf feministische, de-/ antikoloniale, post-migrantische Bewegungen und Materialitäten. Letzte Publikationen als Mitherausgeberin Text\Werk. Lektüren zu Hito Steyerl (2022), Movement | Mouvement. (2022), Display | Dispositiv. (2019). Ihr Vortrag stellt Aspekte ihrer Forschung zu Epistemologien der Bewegung und der Parallelisierung von Leben, künstlerischem Arbeiten/Schreiben zu Orten des Transits vor.

Martin Kordić: Jahre mit Martha

Die Liebesgeschichte eines ungleichen Paares in einer ungleichen Gesellschaft: Željko ist fünfzehn, als er sich in Martha verliebt. Sie ist Professorin in Heidelberg, er, das Kind kroatischer Einwanderer, sehnt sich nach Büchern, Bildung, Souveränität. Martha kann ihm all das geben – mit ihrer Liebe wächst Željkos Welt. Im Gespräch mit Thomas Laue spricht Martin Kordić über Jahre mit Martha (S. Fischer), über die Grenzen zwischen Begehren und Ausbeutung.

Veranstaltungspartner: Buchhandlung Klaus Bittner

Foto: (c) Peter Hassiepen

Wolfgang Schiffer liest aus seinem neuen Gedichtband “Dass die Erden einen Buckel Werfe”

Veranstaltet wird die Lesung im Rahmen der HOTLIST Lesetour 2022, die durch die Förderung vom Deutschen Literaturfond und von Neustart Kultur ermöglicht wird.  Die HOTLIST zeichnet alljährlich zehn herausragende Bücher aus unabhängigen Verlagen im deutschsprachigen Raum aus. Alles zur Hotlist über https://www.hotlist-online.com/

Foto: (c) privat