Maren Gottschalk: Fräulein Steiff

Margarete Steiff (1847-1909) ist bis heute eine der erfolgreichsten Unternehmerinnen der deutschen Geschichte. Bereits zu Lebzeiten verkaufte sie Millionen von Plüschtieren mit dem »Knopf im Ohr«, beschäftigte hunderte Mitarbeiter*innen. In ihrer Romanbiografie Fräulein Steiff erzählt Maren Gottschalk vom beeindruckenden Leben der Spielzeugpionierin, deren berühmter Teddy-Bär in diesem Jahr 120. Geburtstag feiert.

Ein starker Wille, Humor und eine ausgeprägte Neugier – schon als kleines Mädchen will die 1847 im schwäbischen Giengen geborene Margarete die Welt erobern. Selbst nachdem sie an Kinderlähmung
erkrankt und nie wieder wird laufen können, lässt sie sich den Lebensmut nicht nehmen. Entschlossen folgt sie ihrem Ziel, unabhängig zu sein. Sie setzt nicht nur ihren Wunsch durch, Schneiderin zu werden, sondern eröffnet auch ein florierendes Filzgeschäft. Und dann kommt der Tag, der alles verändern wird: Margarete näht 1879 aus einer spontanen Laune heraus ein Nadelkissen in Gestalt eines Elefanten. Als sie das Tier ihrem kleinen Neffen in die Hände legt, scheint das »Elefäntle« auf magische Weise zum Leben zu erwachen – und da hat Margarete eine Idee…

Mit Rückblicken auf Kindheit und Jugend zeichnet Maren Gottschalk in ihrem Roman nicht nur die Erfolgsgeschichte von Margarete Steiff und ihrer Spielwarenfabrik nach. Sie zeigt vor allem, wie eine Frau sich nicht mit den Möglichkeiten abfindet, die man ihr im 19. Jahrhundert zubilligte, sondern die mit Phantasie, unternehmerischem Geschick und der Bereitschaft zum Risiko selbstbewusst ihren eigenen Weg geht.

Foto: © Sandy Craus, fotografieonair

Norbert Scheuer liest aus „Mutabor“ (C.H. Beck)

Die junge, elternlose Nina Plisson weiß nicht, was aus ihrer Mutter geworden ist und auch nicht, wer ihr Vater war. Wissen andere in ihrer kleinen Heimatstadt Kall mehr? Was wird ihr vorenthalten?
Nachdem das vereinsamte und widerspenstige Mädchen lange Zeit große Schwierigkeiten hatte, lesen und schreiben zu erlernen, wird sie sich grundlegend verändern. Sie beginnt, Erinnerungen aus ihrer frühen Kindheit aufzuschreiben, vom Liebhaber ihrer verschollenen Mutter, in der Gestalt eines schwarzen Storches, von der Reise mit Großvaters Opel Kapitän ins sagenhafte Byzanz, zum Palast der Störche, und später dann, von ihrer großen, zunächst vergeblichen Liebe. Für Nina verwandelt sich das Urftland mehr und mehr in einen Ort voller Märchen und Mythen, wie sie auf den Bierdeckeln von Evros, dem griechischen Gastwirt, stehen. Immer näher kommt sie einem Geheimnis, das ihr all die Jahre beharrlich verschwiegen wurde. Einfühlsam und spannend erzählt Norbert Scheuer mit dem ihm eigenen poetischen Ton von der Suche nach der eigenen Geschichte, nach Zugehörigkeit und Glück.

Norbert Scheuer, geboren 1951, lebt als freier Schriftsteller in der Eifel. Er erhielt zahlreiche Literaturpreise und veröffentlichte zuletzt die Romane «Die Sprache der Vögel» (2015), der für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert war, «Am Grund des Universums » (2017) und «Winterbienen» (2019), das zum Bestseller sowie in viele Sprachen übersetzt wurde. Er erhielt dafür den Wilhelm-Raabe-Preis 2019 und den Evangelischen Buchpreis 2020.

Foto: (c) Fritz Peter Linden

NEW DAUGHTERS OF AFRICA: Gespräch mit Julienne De Muirier, donna Kukama, Emilene Wopana Mudimu und Glenda Obermuller

Julienne De Muirier, donna Kukama, Emilene Wopana Mudimu und Glenda Obermuller unterhalten sich mit der britisch-nigerianischen Autorin Sarah Ladipo Manyika über ihre Arbeit an der Auswahl der Autorinnen, die in die erlesene deutsche Kollektion von Margaret Busby eingingen. Die Theater- und Filmschauspielerin Dela Dabulamanzi wird Kostproben aus den Lieblingstexten der Kuratorinnen vorlesen, die die literarischen Übersetzerinnen Aminata Cissé Schleicher und Eleonore Wiedenroth-Coulibaly exklusiv für diesen Anlass zur Verfügung stellen.

Azizè Flittner verdolmetscht das Gespräch ins Deutsche.

Wir weisen Sie darauf hin, dass während der gesamten Veranstaltung eine strenge Maskenpflicht besteht.

Mit freundlicher Unterstützung vom: Auswärtiges Amt, Kunststiftung NRW, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, Stadt Köln – Kulturamt

Bild Copyright: donna Kukama

Image Bild Copyright: donna Kukama

Kuratorinnen Bild Copyrights: Emilene Wopana Madimu © Aexander Zheleznayk; donna Kukama © Samuel Baah Kortey; Glenda Obermuller © privat; Julienne De Muirier Achilles © Credits Leopold Achilles mischkonsum