Schullesung: Was ist Zuhause?

Ab 10 Jahren

Was ist Zuhause? (Beltz & Gelberg) ist ein umfangreiches Sachbuch, das auch die Kleinsten unter uns zum Nachdenken anregt.

Jedes Kind weiß, Zuhause können ganz unterschiedlich sein. Was sie ausmacht, sind vertraute Gerüche und Geräusche, gewohnte Sprache oder kleine Rituale.

Wie ist das bei Menschen, die kein festes Zuhause haben? Die ihr Zuhause verlassen müssen oder wollen? Kann man sich aussuchen, wo man wohnt? Und wie wird man dort heimisch?

Kristina Scharmacher-Schreiber studierte Germanistik in Münster und Bergamo. Seit 2016 ist sie freie Autorin und Übersetzerin, hat mehrere Kindersachbücher veröffentlicht und liebt die Vielfalt der Inhalte, mit denen sie sich dabei auseinandersetzen darf.

Lena Hesse ist gelernte Printmediengestalterin und studierte Design in Münster und Valencia. Sie lebt in Berlin und arbeitet dort als freie Illustratorin und Autorin für Verlage und Werbeagenturen.

Karten für Schulklassen können unter 0221/9955580 oder per E-Mail unter dettmann@literaturhaus-koeln.de reserviert werden.

Die Veranstaltung dauert ca. 60 Minuten.

Das Schicksal der Verschickungskinder. Sabine Ludwig: “Schwarze Häuser” – Lesung und Gespräch

In den 1950-1990er Jahren wurden weit über 10 Millionen Kleinkinder und Jugendliche in Deutschland in Erholungsheime öffentlicher, kirchlicher und privater Träger verschickt. Viele kamen traumatisiert zurück. Sie erlebten in den Heimen Missachtung und Misshandlungen. Erste Forschungen legen personelle und ideologische Kontinuitäten aus der NS-Zeit als eine der Ursachen für die grassierenden Missstände nahe, aber es gibt noch viele weitere Faktoren, die die »Subkultur der Gewalt« (Hans Walter Schmuhl) in den Kinderkuren genährt haben.
Die bekannte Autorin Sabine Ludwig hat im Jahre 2014 ihre eigenen Verschickungs-Erfahrungen zu einem Kinderbuch verarbeitet. »Schwarze Häuser« (Dressler Verlag) war das allererste Buch zum Thema „Verschickungen“ – viele Menschen schrieben ihr daraufhin, dass sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Damals hat das Thema kaum jemanden interessiert. Mittlerweile ist das Schicksal der Verschickungskinder in der Öffentlichkeit angekommen.
Der Bedarf, sich mit der Geschichte der Kinderkuren und damit einer der (transgenerationalen) Traumatisierungen der deutschen Nachkriegsgesellschaft auseinanderzusetzen, wächst. 2021 hat der nordrhein-westfälische Landtag den Beschluss gefasst, die Geschichte der Kinderverschickungen durch ein Bürgerforschungsprojekt aufzuarbeiten. Das daraufhin ins Leben gerufene Citizen Science Projekt-Kinderverschickungen-NRW (CSP-KV-NRW) des Vereins „Aufarbeitung Kinderverschickungen-NRW e.V.“ (AKV-NRW e.V.) hat sich zum Ziel gesetzt, diese unheilvolle Geschichte aus NRW-Perspektive aufzuarbeiten und Betroffene zu unterstützen.
Nach der Lesung aus »Schwarze Häuser« wird Frau Ludwig im Gespräch mit Publikum und dem CSP-Projektleiter Bastian Tebarth Fragen zur ihrer eigenen und allgemeinen Verschickungsgeschichte beantworten.
Eine Veranstaltung von der VHS Köln, Mülheimer Literaturclub und AKV-NRW e.V.
Es fallen keine Kosten an: