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Verblendung und Vorurteil. Virtuelle Realisation bei Elias Canetti und Henri Bergson

Vortrag mit anschließender Diskussion von Dr. Gabriele Münnix

Moderation: Dr. Hans Gerhard Neugebauer

                       

Zwei Literaturnobelpreisträger werden miteinander ins Gespräch gebracht, die sich beide auch mit Philosophie und Psychologie beschäftigt haben. Elias Canettis Hauptwerk zur Psychologie der Masse kann als philosophisch gelten. Der Philosoph Henri Bergson hat mit seiner Lebensphilosophie in die Literatur hineingewirkt. Beide Autoren entwickeln eine Philosophie des Vorurteils, der eine anhand eines philosophisch reflektierten Romans, Die Blendung, der andere mit einem theoretischen Werk, Materie und Gedächtnis, das neueste Erkenntnisse der Hirnforschung einbezieht und mit seiner Philosophie und Psychologie der Wahrnehmung erklären kann, wieso unterschiedliche Personen die gleiche Wirklichkeit unterschiedlich wahrnehmen können. Beide Bücher können aufeinander bezogen werden und ergänzen einander. Gerade in „postfaktischen“ Zeiten und der Internetblasen, in denen man nur das je Eigene bestätigt findet, zeigen beide Werke, dass Bacons und Kants Philosophie der Vorurteile, aber auch Gadamers positive Interpretation des Vorwissens ergänzungsbedürftig sind und im Lichte ihres neuen Ansatzes geprüft werden müssen.

Dr. Gabriele Münnix geht nach ihrer Lehrtätigkeit an den Philosophischen Instituten der Universität Münster und Innsbruck einer freien Autoren- und Vortragstätigkeit nach.

Einlass 10:00 Uhr, Beginn 11:00 Uhr, mit Anmeldung bis 19. 10. 2019 über philimu.veranstaltungen@gmx.de