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Uwe Nettelbeck: Dolomitenkrieg

An düsteren Schauplätzen war der Erste Weltkrieg reich. Eines der schrecklichsten Kapitel aber wurde in einer der erhabensten und schönsten Landschaften Europas geschrieben: In den Dolomiten lagen sich zwischen 1915 und 1918 Italiener und Österreicher gegenüber. Sie töteten sich mit Schusswaffen, Sprengstoff, Bajonetten und – Morgensternen. Sie starben in Lawinen, bei Abstürzen oder durch Erfrieren. Sie bestiegen als unzugänglich geltende Berge, nur um sich gegenseitig herunterzuschießen. Sie durchbohrten den Marmolata-Gletscher, nur um im ewigen Eis Waffen zu lagern. Sie sprengten Felsen und entstellten die Landschaft für immer. „Die einst zahlreichen Gemsen wurden schon in den ersten Kriegsmonaten erledigt.“ Über dieses groteske Drama hat Uwe Nettelbeck ein schmales, geschliffen formuliertes Stück dokumentarischer Literatur verfasst, das 1976 in der Textsammlung Mainz wie es singt und lacht und 1979 erstmals separat erschien. Der Berenberg Verlag hat diesen lange Zeit verschollenen Text jetzt, mit einem Nachwort von Detlev Claussen versehen, neu aufgelegt.
Uwe Nettelbeck, geboren 1940 in Mannheim, starb 2007 in Bordeaux. Zunächst Film- und Literaturkritiker und Gerichtsreporter, zog er sich 1969 aus dem Betrieb zurück. Nach einigen Jahren als Musikproduzent, schuf er ab 1976 ein kompromissloses literarisches Werk aus Montagen und Glossen. Zum größeren Teil erschien es zuerst in der Zeitschrift Die Republik, die er mit seiner Frau Petra herausgab.

Detlev Claussen wurde 1948 in Hamburg geboren. Er studierte Philosophie, Soziologie, Literatur und Politik in Frankfurt am Main. Promotion 1975, Habilitation 1985. 1994 wurde er Professor für Gesellschaftstheorie, Kultur- und Wissenschaftssoziologie an der Leibniz-Universität Hannover. Von ihm erschien zuletzt Béla Guttmann. Weltgeschichte des Fußballs in einer Person.

Ulrike Janssen moderiert.

Unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft frei