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Ulrich Raulff: Wiedersehen mit den Siebzigern

Ein junger Mann, Jahrgang 1950, beginnt Anfang der siebziger Jahre ein geisteswissenschaftliches Studium. Der Aufbruch von 68 ist schon Geschichte, die politischen Visionen der Vorgänger zersplittern bereits in ideologischen Grabenkämpfen. Schwer, jetzt eine richtige Position im Leben zu finden. Etwas leichter für jemanden, der bereits mit fünf Jahren Buchstaben entziffern konnte und als 12jähriger Anna Karenina gelesen hat – ohne wirkliches Verständnis, aber mit einem unbändigen Lektürehunger.
Ulrich Raulff hat in seinem Buch seine intellektuelle Biographie aufgeschrieben. Er erzählt dabei von einer Zeit, in der das Dasein als Intellektueller noch erstrebenswert war, weil es wirkliche Lebensorientierung und gesellschaftlichen Distinktionsgewinn verhieß. Die wilden Jahre des Lesens beschreibt die Existenz eines Studenten zwischen Büchern und Zettelkästen, zwischen deutscher Provinzuniversität und Pariser Weltstadtflair, zwischen Adorno, Roland Barthes und Foucault. Und immer geht es um “die Lust am Text”.

Ulrich Raulff, geboren 1950, studierte Geschichte und Philosophie in Marburg, Frankfurt und Paris, forschte in Europa und den USA. Er lebte in Berlin, Frankfurt und München, leitete das Feuilleton der F. A. Z., war leitender Redakteur der SZ. Seit zehn Jahren ist er Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Für sein Buch Kreis ohne Meister: Stefan Georges Nachleben erhielt er 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse in der Kategorie Sachbuch und Essayistik.

Mit Unterstützung durch das Kulturamt der Stadt Köln.

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft frei