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Literaturklub: Istanbul-Abend

Stan Lafleur verbrachte 2012 und 2013 mehrere Monate in Istanbul. Er liest aus seinen Sense of Time-Kolumnen sowie aus Prosaminiaturen über die Al Hatun-Gasse in Tarlabasi und andere Ecken Beyoglus, plus das ein oder andere Gedicht. Auch Mona Yahia war Stipendiatin der Stadt Köln in Istanbul und liest aus einem neuen Familienroman, der teilweise in Istanbul spielt. Der in Köln lebende Elektro Hafiz begleitet die Lesung mit viel Turkish Elektro Baglama Power.
“Eben habe ich ein Schaf in der Gasse blöken gehört. Ein gurgelndes Blöken auf Ö. Ein Schaf mitten in Tarlabaşı – oder der unsichtbare Mann, der jeden Abend zur Dämmerung monströse Laute von sich gibt, verlegt sich neuerdings zur Mittagssonne auf Tierstimmen. In der Gasse ist weit und breit kein Schaf zu sehen. Das Blöken klingt, als stamme es aus einem Kofferraum, gedämpft, dann wieder markerschütternd nah, als riefe das Schaf, direkt unter meinem Fenster, durch ein Megafon seine unverbrüchliche Wildheit und Freiheit aus.” (Stan Lafleur)

Stan Lafleur, geboren 1968 in Karlsruhe, lebt in Köln. Er schreibt Lyrik, Prosa, Hörspiele, Bühnenszenarien und bloggt auf rheinsein über die rheinischen Kulturlandschaften. Sein Werk umfasst bisher 14 Einzeltitel sowie zahllose Veröffentlichungen in Anthologien und Zeitschriften. Seine Texte wurden mehrfach ausgezeichnet, vertont, verfilmt und in ein Dutzend Sprachen übersetzt.

Mona Yahia wurde 1954 in Bagdad geboren, 1971 emigrierte sie mit ihrer Familie nach Israel, leistete dort ihren Militärdienst, studierte Psychologie und französische Literatur. Sie arbeitete als Psychologin in Tel Aviv, bevor sie 1985 nach Kassel ging, um dort Kunst zu studieren. Seit vielen Jahren lebt sie in Köln. Im Jahr 2001 veröffentlichte sie ihren ersten Roman, der zunächst auf Englisch und dann auf Deutsch erschien. Durch Bagdad fließt ein dunkler Strom (Eichborn) erzählt von der jüdisch-arabischen Welt im Irak und ihrem Ende. Die englische Tageszeitung Guardian verglich Yahias Stil mit Salman Rushdie.

Adrian Kasnitz moderiert.

Der Abend wird durch das Kulturamt der Stadt Köln gefördert.