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Literatur und Mathematik

Literatur beschäftigt sich mit Menschen. Mathematik hingegen scheint sich in einer unmenschlichen oder nicht menschlichen Welt zu bewegen. Es ist also zumindest erstaunlich, dass diese beiden Denkweisen überhaupt etwas miteinander zu tun haben könnten. Man kann aber im Gegenteil feststellen, dass sie von einem engen, wenngleich wenig greifbaren Netz von Echos, Verweisen und Verbindungen geprägt sind.Wenn wir literarische Werke wie die “Rime per la Donna Pietra”, “La recherche du temps perdu” oder die Borges-Erzählung “Der Garten der Pfade” nehmen, die sich verzweigen, so bleiben wir fasziniert von der Erfindungskraft der Autoren und bewundern zugleich von Mal zu Mal die strenge metrische Struktur, die Komplexität der Erzählmaschinerie oder den perfekten Mechanismus des Geschehens.
Wenn wir das Werk der großen Mathematiker untersuchen, so bewundern wir die Virtuosität bestimmter Nachweise, die kristalline Präzision der Überlegung, die Eleganz einiger Theoreme und sind gleichzeitig gefesselt von der Vorstellungskraft, die wir vor uns ausgebreitet sehen. Sowohl literarische als auch mathematische Schöpfung – welche beide auf unterschiedliche Art als Beispiele für die linguistische Intelligenz des Homo sapiens angesehen werden können – scheinen aus der essentiellen Spannung zu entspringen, die sich zwischen der vermeintlich unendlichen Freiheit der Erfindung, der Struktur, den Variationen und den von den formalen und strukturellen Regeln auferlegten Einschränkungen aufbaut.
Zu den Autoren, welche sich der Erforschung dieser geistigen Zusammenhänge besonders bewusst waren, gehören Paul Valéry, Robert Musil, Leonardo Sinisgalli, Raymond Queneau, Georges Perec: In ihren Seiten erkennen wir die versteckten Verbindungen zwischen “Seele und Genauigkeit” aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

In italienischer Sprache mit Simultanübersetzung.

Eintritt: frei