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Leonardo Padura

Ein abgehalfterter Ex-Polizist. Ein alter Bekannter. Ein gestohlener Gegenstand. Ersterer wird von Zweiterem aufgesucht, um nach Letzterem zu suchen. Ein ganz gewöhnlicher Krimi-Plot, könnte man meinen. Und läge falsch. Denn der Autor ist kein geringerer als Leonardo Padura, der Meister des doppelbödigen Kriminalromans aus Kuba. Und das Verbrechen, das in Paduras Die Durchlässigkeit der Zeit (Unionsverlag) ermittelt wird, öffnet den Blick – für ein Ungleich größeres Unrecht.
Seit Mario Conde nicht mehr bei der Polizei ist, handelt er mit alten Büchern. Und arbeitet, weil das nicht reicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, als Privatermittler. So auch, als sich sein alter Schulfreund Roberto bei ihm meldet. Sein Liebhaber hat ihn bestohlen, vor allem eine Marienstatue – eine Schwarze Madonna, ein Familienerbstück – vermisst er schmerzlich. Conde macht sich an die Arbeit – und stößt auf ein Geflecht, das sich zwischen Slums, Strichern und elitären Kunsthändlern auftut. Leonardo Padura gewährt einen erschreckend unverstellten Blick auf die kubanische Gesellschaft. Über den verlorenen Glauben an den Sozialismus und über die alte Hoffnung, die eine Marienstatue bergen kann, spricht der Autor mit Moderatorin Valeria Risi. Aus der Übersetzung von Hans-Joachim Hartstein liest Jörg Hustiak.