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Ernst Jüngers literarische Verarbeitung des Ersten Weltkriegs

Der 1895 geborene Ernst Jünger, der sich 1914 freiwillig zum Kriegsdienst meldete, führte über die ganzen vier Jahre seines Einsatzes Tagebuch. Dieses Kriegstagebuch, das erhalten ist, bildete die Grundlage für Jüngers Erinnerungsbuch In Stahlgewittern (1920), das wegen seiner harten Sachlichkeit oft gerühmt, wegen seiner ästhetisierenden und idealisierenden Darstellung des Kriegs aber noch öfter kritisiert wurde. Der Vortrag verfolgt Jüngers Verarbeitung seiner Kriegserfahrung vom Kriegstagebuch bis zur letzten Fassung der Stahlgewitter (1978) und charakterisiert das Werk im Vergleich mit anderen Kriegsdarstellungen.
Insgesamt überarbeitete Jünger den Text elfmal und es sind sieben Fassungen erschienen.

“Ernst Jüngers Bericht In Stahlgewittern ist die mit Abstand bedeutendste, facettenreichste und einprägsamste Darstellung der entsetzlichen Erfahrungswirklichkeit des Ersten Weltkriegs aus der Hand eines deutschen Schriftstellers. Der bildkräftig eine epochale Erfahrung komprimierende Titel, der bald zum geflügelten Wort werden sollte, mag den Blick auf das Buch des noch unbekannten Autors gelenkt haben; immer wieder bestechend und dauerhaft faszinierend aber wirkt es durch die Eindringlichkeit und Genauigkeit seiner Schilderungen, zudem durch die persönliche Verbürgtheit des Dargestellten.” (Aus dem Nachwort von Helmuth Kiesel)

Helmuth Kiesel, Prof. Dr. phil., Jahrgang 1947, studierte in Tübingen Germanistik und Geschichte, ist seit 1990 Inhaber eines Lehrstuhls für Neuere Deutsche Literaturgeschichte am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg mit einem Schwerpunkt auf der Literatur des 20. Jahrhunderts. Zahlreiche Publikationen zur Literatur des Humanismus, der Barockzeit, der Aufklärung und des 20. Jahrhunderts, zuletzt Geschichte der literarischen Moderne: Sprache, Ästhetik, Dichtung, Ernst Jünger: Biographie. Mitarbeiter des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Unterstützt vom Kulturamt der Stadt Köln

Eintritt: 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft frei