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Doğan Akhanlı

In seinem nun auf Deutsch vorliegenden Roman Madonnas letzter Traum (Sujet Verlag) verwebt Doğan Akhanlı fiktionale Elemente mit wahren Ereignissen. Er greift die Novelle Madonna im Pelzmantel d es türkischen Dichters Sabahattin Ali auf, die von einer Liebesbeziehung zwischen einem jungen türkischen Mann und einer jungen jüdischen Malerin im Berlin der 1920er Jahre erzählt.
Doğan Akhanlı macht den bekannten Autor Sabahattin Ali selbst zur Romanfigur, die gesteht, die jüdische Malerin Maria Puder sei in Wirklichkeit anders gestorben als in seiner Novelle. Die Flucht der Malerin vor dem NS-Regime wird mit dem Schicksal des Flüchtlingsschiffs »Struma« verknüpft, dessen jüdische Passagiere 1942 im Hafen von Istanbul an der Weiterreise gehindert wurden. Auf einer weiteren Erzählebene hat der namenlose Autor und Exilschriftsteller aus Köln den Auftrag, einen Essay über rassistische Gewalt zu schreiben. Die Aufgabe verbindet sich mit der Lektüre der Novelle von Sabahattin Ali und der Begegnung mit den Spuren der NS-Geschichte. Er macht sich auf die Suche nach der wahren Biographie Maria Puders. Dabei konfrontiert ihn seine Reise auch mit seiner eigenen Lebensgeschichte und seinen Wurzeln. Moderator Gerrit Wustmann fragt nach, woran man Identität festmacht und wofür sie nötig ist. Er liest auch aus der Übersetzung von Recai Hallaç.