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Der lange Sommer der Theorie

Es gab mal eine Zeit, da war Theorie mehr als wirklichkeitsfremdes Gedankenverbauen. Theorie wirkte in die Wirklichkeit ihrer Leser hinein, aus denen Fans, gar Partisanen wurden. Sie war „Wahrheitsanspruch, Glaubensartikel und Lifestyle-Accessoire“ – Theorie war sexy.
Von dieser Zeit erzählt Der lange Sommer der Theorie. Aus Sicht zweier Zentralfiguren – dem Merve-Verlag-Mitbegründer Peter Gente und seiner späteren Lebens- und Verlagspartnerin Heidi Paris – entwirft Philipp Felsch ein Panorama bundesrepublikanischer (Sub-)Kulturgeschichte in der „Enklave auf vorgeschobenen Posten“ (Heidi Paris), dem Verlagsstandort West-Berlin. Mit seinem Programm – Foucault, Baudrillard, Deleuze, Virilio usw. prägte der Merve-Verlag seit seiner Gründung 1970 die Theorielandschaft der BRD über zwei Jahrzehnte hinweg. Von der „Bundesrepublik Adorno“ über „Suhrkamp-Kultur“ bis zu „Dispositiven der Nacht“ erzählt Felsch von der Macht der Diskurse und Kneipengespräche. Und er – dessen eigenes Theorieerweckungserlebnis sich während eines Aulandssemesters in Bologna ereignete – erzählt damit auch einen Teil des Bildungsromans seiner Generation: „In der Hitze des italienischen Sommers klebten meine Unterarme an der Mikrophysik der Macht und am Eisberg der Geschichte fest.“

Mit ihm spricht der Autor, Kritiker, Journalist und bekennende Sartre-Anhänger Walter van Rossum.

Philipp Felsch, geboren 1972, studierte Geschichte und Philosophie und wurde 2006 in Zürich promoviert. Er war Stipendiat am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte und am Internationalen Forschungszentrum für Kulturwissenschaften. Seit 2011 ist er Juniorprofessor für Humanwissenschaften am Institut für Kulturwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin. Zuletzt erschien von ihm Wie August Petermann den Nordpol erfand (2011).

Die Veranstaltung wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln
Karten an der Abendkasse 6,– €, ermäßigt 4,– €,
für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft frei.