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REISE NACH KARABACH: Ein Abend mit dem georgischen Schriftsteller Aka Morchiladze

Als sein erster Roman Reise nach Karabach, 1992 in Tiflis erschien, herrschten bürgerkriegsähnliche Zustände in Georgien. Das Buch, von Matrize abgezogen und mit Klammern geheftet, machte seinen Autor schlagartig bekannt. Die Geschichte seines Helden Gio, den es beim reichlich unbedarft-kühnen Versuch, Drogen aus Aserbeidschan nach Georgien zu schmuggeln, mitten ins Kriegsgeschehen in Berg-Karabach verschlägt, traf offenbar den Nerv des Lebensgefühls seiner georgischen Leser.

Seither hat Aka Morchiladze zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, die ihn zum vielleicht wichtigsten Gegenwartsautor des diesjährigen Gastlandes der Frankfurter Buchmesse machten. Seine Figuren versuchen sich im post-sowjetischen Chaos durchzuschlagen, ohne das Große Ganze überschauen oder gar verstehen zu können. Sie geraten in territoriale Machtkämpfe, Kriegshändel und nervöses Durcheinander, in dem archaische Traditionen, Relikte fast vergessener, dem sowjetrussischen Reich einverleibter mittelasiatischer Kulturen, die Überbleibsel kommunistischer Zeit und die Auswirkungen der Moderne aufeinandertreffen.

Aka Morchiladze bedient sich dabei ganz nach Bedarf der Genres, Formen und Vorbilder, die er sich anverwandelt. Sein Ton ist rauh, hart, direkt – und feiert stets das, was ihm der Kern seines Schreibens zu sein scheint: Das pure Erzählen. – Der Abend mit Morchiladze wird sich vor allem seinen beiden Romanen Reise nach Karabach und Der Filmvorführer von 2009 widmen.

Lesung: Wolfgang Schiffer

Übersetzung: Teona Gogichaishvili

Moderation: Ulrike Janssen

Aka Morchiladze, 1966 in Tiflis geboren, ist einer der meistgelesenen Autoren Georgiens. Er studierte Georgische Geschichte an der Staatlichen Universität Tiflis und lehrte dort anschließend als Dozent. Außerdem arbeitete er viele Jahre als Journalist. Bislang hat er zwanzig Romane und drei Sammlungen mit Kurzgeschichten veröffentlicht. Seine Bücher sind in Georgien Bestseller und sind teilweise verfilmt worden. Aka Morchiladze wurde bereits fünfmal mit dem wichtigen georgischen Literaturpreis Saba ausgezeichnet, zuletzt 2012. Fünf seiner Bücher sind jetzt auf Deutsch erschienen, u.a. die Romane Reise nach Karabach und Der Filmvorführer im Weidle-Verlag, Santa Esperanza und Obolé im Mitteldeutschen Verlag.

Die Veranstaltung wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln.
Karten an der Abendkasse 6,– €, ermäßigt 4,– €,
für Mitglieder der Literarischen Gesellschaft frei