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Lesung „VERSUCHE UNAUSSPRECHLICHES ZU SAGEN“ mit syrischen Jugendlichen

JUGENDLICHE KRIEGSFLÜCHTLINGE SCHREIBEN ÜBER IHRE ERLEBNISSE

Acht Männer und drei Frauen lassen ihre Seele sprechen, aus der Trauerarbeit, Verzweiflung, aber auch Zuversicht über ihre neue Lebenssituation in Deutschland hervorgehen.

 

Buchtitel: Versuche Unaussprechliches zu sagen — Zwischen Flucht & Ankommen – Jugendliche schreiben über ihre Erlebnisse

Herausgeber: Reimund Neufeld, Emel Siala

Fotografie: Julia Schönstadt

Übersetzung: Emel Siala

„Versuche Unaussprechliches zu sagen“ ist im BOD-Verlag erschienen (ISBN 978-3-752878134).

 

Das Projekt wurde aus dem Fördertopf „Kultur macht stark“ des Bundesbildungsministeriums und über den Talentcampus des Deutschen Volkshochschulverbandes finanziert.

 

Im Anschluss an die Lesung findet ein Gespräch mit den anwesenden Gästen, den Autor/innen sowie weiteren geladenen Gästen statt.

 

Die Plätze sind begrenzt, eine Anmeldung ist erforderlich: mail@intuitionstraining.org

 

ÜBER DAS BUCHPROJEKT

Auszug aus dem Presseartikel der WAZ von Klaus Johann, 8. Juli 2018

Ausdruck von Trauer, Verzweiflung aber auch Hoffnung
VHS-Programmbereichsleiterin Brigitte Schneider sieht das Projekt beispielhaft dafür, wie Integration laufen sollte. Aus dem Talentcampus, einem Theaterprojekt, habe sich die Schreibwerkstatt entwickelt. Mit Begeisterung hätten die Teilnehmer die Idee aufgenommen, zu schreiben. Unter der Leitung der VHS-Dozenten Reimund Neufeld und Ernel Siala traf sich die Gruppe über einige Semester regelmäßig.
„Zunächst wurden die Texte der jungen Leute aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt“, erinnert sich Reimund Neufeld. „Das Mitteilungsbedürfnis der Jugendlichen war enorm. Sie wollten über ihre Gefühle, ihre Erfahrungen, ihre Ankunft in der fremden Welt erzählen.“

Ziel ist es, den Dialog zu fördern
Nach einiger Zeit verfassten die Teilnehmer ihre Texte schon auf Deutsch. „Zwischen den Zeilen“, erkannte der 60-jährige Autor und Pädagoge, „konnte man die Traumata, die hinter Kriegserlebnissen und Flucht stecken, erkennen. Ich glaube, dass die jungen Leute ihre Texte auch als Eigentherapie angesehen haben.“ Als Ergänzung zu den eigenen Texten interviewten Reimund Neufeld und Ernel Siala die jungen Autoren.
Ziel des Projekts ist es, inklusiv zu denken, den Dialog zwischen Flüchtlingen und der Gesellschaft zu fördern, Vorurteile abzubauen. „Es geht nicht nur ums Ankommen, die Flüchtlinge haben auch emotionale und soziale Bedürfnisse“, betont Neufeld. Der erfahrene Pädagoge ist erstaunt, wie gefestigt und selbstbewusst die Jugendlichen sind, die minderjährig und unbegleitet im Krieg die Heimat verließen und in einer fremden Welt ankamen.

 

Lasst uns die Kerze der Zukunft zusammen anzünden, damit ihr uns Hoffnung fürs Leben geben werdet. Wir werden eure Hilfe nicht vergessen. Gihad

 

VERSUCHE UNAUSSPRECHLICHES ZU SAGEN

Zwischen Flucht & Ankommen – Jugendliche schreiben über ihre Erlebnisse

 

So lautet der Titel des Buches, das aus einer Schreibwerkstatt der VHS Gelsenkirchen hervorgegangen ist. Jugendliche und junge Erwachsene, die nach Gelsenkirchen gefunden haben, schrieben hier ihre Erlebnisse und zeigten dabei nicht nur ein hohes Maß an Mitteilungsbedürfnis, sondern auch ein ernsthaftes Bestreben am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu wollen. Das Bemühen, sich möglichst in deutscher Sprache mitzuteilen, war groß und die Fortschritte die hierzu in kürzester Zeit gemacht wurden, setzten das Ziel in Gang, aus den Ergebnissen ein Buch zu machen.

Den jungen Teilnehmern wurde von vornherein freigestellt, den jeweiligen Grad des autobiographischen Charakters ihrer Beiträge selbst zu bestimmen. Dieses lag darin begründet, dass nicht wenige der geflüchteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhebliche Schwierigkeiten haben, Ausschnitte ihrer Biographie 1:1 widerzugeben, wie sie erlebt wurden, weil es ihnen einfach noch zu weh tat. Daher wurde ihnen zugestanden, gewisse Erlebnisse auch als fiktive oder teilfiktive Geschichten zu schreiben, bzw. nach eigenem Ermessen in eine poetische, jedoch authentische Form umzugestalten. Somit wurde den Teilnehmern die Möglichkeit gegeben, konkret Erlebtes, auch indirekt zu schildern. Was die Themengebiete betrifft, so fokussieren sich die Beiträge um das Schwerpunktthema Flucht. Aber auch weiter reichende Themen sind mit eingeflossen. Die jeweilige Perspektive wird darin erzählerisch, lyrisch, oder auch in Brief- oder Tagebuchform aufgezeigt. Zudem gibt es zu jedem Fotoportrait der Beteiligten einen Interviewauszug.

Als nicht unwichtig zu erwähnen ist, dass mit diesem Projekt, in Bezug auf die politischen und kriegerischen Auseinandersetzungen, die in den Heimatländern stattfinden, keinerlei politische Haltungen eingenommen werden. Es geht lediglich darum, den geflüchteten Jugendlichen und jungen Erwachsenen eine eigene Stimme zu geben, sie unbefangen erzählen zu lassen – das, was sie zu sagen haben – und wie auch immer sie es wünschen.