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„Das durchbohrende Gefühl des ‚Nichts‘“: Nietzsches Prognose nihilistischer Zeiten

  1. 10. 2018      

                        Vortrag mit anschließender Diskussion von Prof. Dr. Friedhelm Decher

                        Moderation: Dr. Hans-Gerhard Neugebauer

 

Kaum ein Thema war in den letzten Jahren – und ist gegenwärtig immer noch – in den Medien so präsent wie das der „Werte“. Ständig hören und lesen wir vom „Werteverlust“ und „Wertezerfall“. Politische Parteien setzen „Grundwertekommissionen“ ein, und Leitartikler beschwören gar einen „Kampf der Werte“ herauf.

Dass es so kommen würde, hat Friedrich Nietzsche bereits vor mehr als einem Jahrhundert vorausgesagt. Für immer mehr Menschen, so meinte er, würden zum Beispiel das Christentum und christlich geprägte Moralvorstellungen an Glaubwürdigkeit einbüßen. Damit verlieren zentrale Werte des Abendlands, die dem menschlichen Dasein bislang Sinn verliehen und das Zusammenleben bestimmt haben (beispielsweise Werte wie das Gute, Wahre, Heilige, aber auch die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod) ihre Bedeutung; sie werden, wie Nietzsche sagte, „entwertet“. Auf diese Weise werde, so war Nietzsche überzeugt, ein Zeitalter des Nihilismus eingeläutet und wir würden irgendwann neue Werte nötig haben. Besonders brisant an dieser Prognose ist, dass Nietzsche meinte, dieser Prozess werde etwa ein, zwei Jahrhunderte dauern. Gemäß dieser Prognose nämlich würden wir uns heute etwa in der Mitte der vorausgesagten Entwicklung befinden – Anlass genug, sich einmal eingehender mit ihr zu befassen.