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„Am Ende doch ein Poet…“ Frank Wedekind

Eine kleine lyrische Matinee mit Gerhard Nurtsch

 

Vor hundert Jahren starb Frank Wedekind, am Ende einer Epoche, die im I. Weltkrieg in ihren Untergang taumelte. Seine Texte spiegeln einerseits ihre Zeit, das Europa um 1900, und haben gleichwohl ihre Bedeutung bis heute nicht eingebüßt. Wedekind wurde vor allem als Theaterautor geschätzt, verboten und gespielt; und noch heute stehen etwa „Lulu“ und die „Kindertragödie: Frühlingserwachen“ auf den Spielplänen großer Bühnen.

Wedekind war Teil jenes Fin de Siècle, das wir heute eher verklären als kennen, und er war einer ihrer schärfsten Kritiker: lustvoll provokativ, in ständigem Kampf mit der Zensur, mit bürgerlichem Mief und imperialer Großmannssucht. Lieder und Gedichte gehörten zu seinen schärfsten Waffen, – eine Provokation für den deutschen Spießer und Pseudomoralisten.

Und dennoch gehört Wedekind zu den bekannten Unbekannten der deutschen Literatur. Es gilt ihn immer wieder neu und mit Vergnügen zu entdecken: seine Texte und mit seinen Texten dieses merkwürdige Deutschland auf seinem irren, wirren Weg in die Moderne.

Im Mittelpunkt der Matinee stehen daher die Gedichte und die Lieder, die frechen und die nachdenklichen, dieses „Elften der Scharfrichter“, als lustvoll-kritische Zeitzeugnisse eines „taumelnden Kontinents“ (Philip Blom), der mehr mit unserer Zeit zu tun hat, als uns vielleicht lieb ist.